Für Michael Herrmann ist die Lehrgangswoche auf dem Gelände der Jugendstrafanstalt Hameln das Highlight des Jahres. An sechs Tagen bringt der Richter vom Landgericht Lüneburg den Insassen bei, wie man Vegetationsbrände bekämpft. «Ich sehe, wie viel Potenzial in Biografien steckt, die von der Gesellschaft schon aufgegeben wurden», sagt der 54-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Beim Lehrgang des Pilotprojekts im Mai waren sieben Häftlinge aus sechs Nationen dabei, verständigen konnten sich alle auf Deutsch. Los geht es am Morgen immer mit Teamübungen wie Baumstämme wegschleppen, erzählt Herrmann. Danach werde schwer bepackt mit Rucksack, Feuer an Strohballen gelegt und dieses dann mit Feuerpatschen wieder bekämpft.
Ohne Wasser – es ist reine Handarbeit wie im Ernstfall in schwer zugänglichem Gebiet. Die Hitze macht allen in der schweren Feuerwehruniform zu schaffen, hinterher sind die jungen Inhaftierten abgekämpft, die Gesichter schwarz verrußt.