Die niedersächsische Grünen-Landtagsabgeordnete Pippa Schneider wehrt sich mit einer Strafanzeige gegen Vorwürfe des früheren Präsidenten der Universität Göttingen, Metin Tolan. Das teilte Schneiders Anwalt, Rasmus Kahlen, mit. Demnach geht es um den Anfangsverdacht einer falschen Verdächtigung.
Streit um Medienbericht
Ende Juli war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs, unter Eid gelogen zu haben, gegen Schneider ermittelt. Hintergrund war ein Bericht des «Göttinger Tageblatts», in dem eine Person, die anonym bleiben will, schildert, dass sie im September 2021 vom damaligen Universitäts-Präsidenten Tolan angeschrien worden sei. Tolan bestritt den Vorwurf.
In einem Unterlassungsverfahren vor dem Landgericht Dortmund legte das «Göttinger Tageblatt» laut Staatsanwaltschaft dazu die eidesstattliche Versicherung einer Frau vor. Ein Abgleich mit Tolans Kalender ergab demnach, dass es sich bei der anonymen Person um Schneider handeln könnte, damals als Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses. Das Landgericht Dortmund untersagte es dem «Göttinger Tageblatt» schließlich, weiterhin davon zu schreiben, dass Tolan Menschen angeschrien habe.