Sie betäuben die Frauen heimlich, vergewaltigen sie und filmen ihre Opfer, um sich daran später zu ergötzen oder die Taten im Netz zu verbreiten. Der Missbrauchsskandal der Französin Gisèle Pelicot hat weltweit für Entsetzen gesorgt - längst ist klar, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. In Berlin steht derzeit ein 68-Jähriger vor Gericht, der sich nach den Ermittlungen an insgesamt 58 Frauen vergangen haben soll. Die Opfer erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen, was ihnen angetan wurde.
Doch was treibt die Täter an? Geht es möglicherweise um eine spezifische Form von Ausbeutung und Macht? «Im Prinzip geht es bei jeder Vergewaltigung ganz maßgeblich um Macht und nicht um sexuelle Befriedigung», sagt Kriminologin Daniela Klimke, Professorin an der Polizeiakademie Niedersachsen.
Bei Taten, bei denen Frauen betäubt, vergewaltigt und gefilmt werden, komme eine besonders weitreichende Form der Kontrolle hinzu: «Durch die Sedierung kann die Frau die Tat weder abwehren noch währenddessen wahrnehmen und sich häufig anschließend auch nicht daran erinnern», so Klimke.