Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich schon nach der ersten Warnstreikwoche eine vergleichsweise schnelle Einigung ab. Der Vorstand der IG Metall hat die beiden Bezirke Bayern und Küste beauftragt, gemeinsam eine Lösung zu finden. Dort waren die jeweils dritten Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern deutlich kooperativer verlaufen als in den anderen Tarifgebieten.
Für die vierte Verhandlungsrunde plant die neue Gewerkschaftschefin Christiane Benner ein Novum, nämlich gemeinsame Verhandlungen beider Bezirke am 11. November in Hamburg. Über die bisherigen Verhandlungen sagt Benner: «Die Intensität und Ernsthaftigkeit der Gespräche in Nord und Süd bewerten wir positiv.»
Ein Sprecher von Gesamtmetall wollte gemeinsame Verhandlungen beider Tarifgebiete zunächst nicht bestätigen und ließ auf Nachfrage offen, ob auch die bayrischen Arbeitgeber am Verhandlungstisch Platz nehmen werden. Man habe zur Kenntnis genommen, dass die IG Metall einen Einigungsversuch im Tarifgebiet Nord/Küste unternehmen wolle. «Nordmetall hat als verantwortlicher Pilotverband die volle Unterstützung und das volle Vertrauen aller Verbände der Metall- und Elektro-Industrie.» Man sei zwar noch weit auseinander, halte aber eine schnelle Einigung für geboten, weil die Lage von Tag zu Tag schlechter werde.