Um die Anfänge der Aufklärung zu untersuchen, wollen Wissenschaftler mehr als 10.000 Schriftstücke aus Bibliotheken in ganz Europa erfassen und online frei zugänglich machen. Im Interesse der Forscher stünden Briefe, Drucke und Schriften der in der Öffentlichkeit kaum bekannten Bewegung der Sozinianer aus den Jahren 1550 bis 1750, sagte Kęstutis Daugirdas, wissenschaftlicher Vorstand der Johannes a Lasco Bibliothek, im ostfriesischen Emden.
Die Schriften lägen verstreut in Bibliotheken etwa in Stockholm, Hamburg, Amsterdam und Warschau. An dem Projekt sind Forscher aus Emden und Gießen beteiligt.
Die Sozinianer waren eine aus dem protestantischen Christentum hervorgegangene transnationale Minderheit. Kritisches Denken, Toleranz und wissenschaftliche Vernetzungen seien ihre zentralen Werte, sagte Daugirdas. «Von den Ideen her war das eine Strömung, die die Aufklärung ganz entscheidend mit vorbereitet hat.» Ihre in Manuskripten und Briefen festgehaltenen Ideen mündeten in die Zeit der Aufklärung.