Seesterne, Krabben, Würmer: Auf während des Zweiten Weltkriegs entsorgten Munitionsteilen in der Ostsee leben auffällig viele Meeresbewohner. Sogar mehr als in den umgebenden Sedimenten, wie eine Studie in der Lübecker Bucht zeigt. «Das Interessante ist, dass es so viele Tiere gibt - das haben wir nicht erwartet», sagte Andrey Vedenin vom Forschungsinstitut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven der Deutschen Presse-Agentur.
Etwa 43.000 Individuen pro Quadratmeter - überwiegend Würmer - hatten die Forscher auf Sprengköpfen von V1-Marschflugkörpern nachgewiesen, wie ein Team um den Meeresbiologen im Fachjournal «Communications Earth & Environment» schreibt. Die Tiere fühlen sich demnach auf dem harten Material wohl. In den umgebenden Sedimenten lebten etwa 8.200 Individuen pro Quadratmeter. Beteiligt an der Studie waren auch Forschende vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Geomar) sowie vom Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven.