Es ist ein weltweit bekanntes Bild, das den Terror der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine zeigt: Ein Mann sitzt im langen Mantel am Rand einer Grube, zu seinen Füßen liegen Leichen – es ist ein Massengrab. Ein junger Mann in Uniform zielt mit einer Pistole auf seinen Kopf. Seit Kurzem ist die Identität des uniformierten Soldaten geklärt: Es handelt sich um Jakobus Onnen aus dem ostfriesischen Weener. Die Stadt will nun über seine Taten informieren.
Der Historiker Jürgen Matthäus, zuletzt Leiter der Forschungsabteilung des United States Holocaust Memorial Museums in Washington, D.C., konnte mithilfe von KI-basierten Gesichtserkennungsprogrammen und Hinweisen aus Weener den Schützen identifizieren. Die Erkenntnis sorgte in der Stadt für Aufsehen – denn der Name des SS-Mannes Onnen steht auf einem Ehrenmal für die Opfer von Krieg und Gewalt, das der Stadt gehört.