An die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 79 Jahren haben am Sonntag bis zu 400 Menschen erinnert. Ziel sei es, Erinnerung und Gedenken «stärker gemeinsam zu gestalten und so in der Gesellschaft zu verankern», sagte eine Sprecherin der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Zuvor hatte Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg die Bedeutung des Erinnerns hervorgehoben. «Bergen-Belsen ist ein Mahnmal für die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und die Unbarmherzigkeit des dunkelsten Teils unserer deutschen Geschichte.»
Die Grünen-Politikerin sagte, jeder Besuch in Bergen-Belsen erfülle sie «mit Schrecken, tiefer Trauer und zugleich mit Ratlosigkeit: Wie war es möglich, dass solche unmenschlichen Verbrechen in diesem Land passieren konnten?» Es sei beschämend, dass «menschenfeindliche Einstellungen und lauter werdender Antisemitismus wieder salonfähig werden», sagte sie mit Blick auf den Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge vor wenigen Wochen. Auf dem Gelände der Gedenkstätte sprach auch Janine Marx-Moyse, die das Lager als Kind überlebt hatte.