Die Meeresbiologin Antje Boetius sorgt sich um die Zukunft der internationalen Forschung. Der Angriff von US-Präsident Donald Trump auf die Wissenschaft wirke weit über die USA hinaus, sagte die scheidende Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven der Deutschen Presse-Agentur. Boetius verlässt Deutschland, um im Mai auf den Posten der Präsidentin des renommierten Monterey Bay Aquarium Research Institute in Kalifornien zu wechseln.
Die Tiefseeforscherin sagte, das deutsche Wissenschaftssystem kooperiere seit vielen Jahrzehnten sehr eng mit dem der USA. In der Polar- und Meeresforschung etwa würden gemeinsame Expeditionen, Programme und Infrastruktur-Netzwerke geplant. «In allen Karrierephasen ist der Austausch hoch. Eine Schwächung der amerikanischen Forschung ist so gesehen also auch eine Schwächung der internationalen Wissenschaft», betonte Boetius.
Nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine seien bereits gemeinsame Projekte mit russischen Forschenden eingefroren worden, auch die Zusammenarbeit mit chinesischen Institutionen stehe ständig auf dem Prüfstand. Nun komme die aktuelle Situation in den USA dazu. Sie mache die Welt der Wissenschaft noch einmal «kleiner und unberechenbarer».