Der voraussichtlich letzte Prozess um den Bilanzskandal beim Möbelkonzern Steinhoff hat begonnen. Ein ehemaliger Geschäftsführer des Konzerns steht wegen Steuerverkürzung vor dem Landgericht Oldenburg, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Staat um 13,5 Millionen Euro betrogen zu haben.
Ex-Geschäftsführer erneut vor Gericht
Laut Anklage war der 53-Jährige als Geschäftsführer verschiedener Gesellschaften des Möbelkonzerns tätig. Von November 2011 bis Oktober 2016 soll er in dieser Funktion falsche Angaben gegenüber den Finanzbehörden gemacht und dadurch Steuern in Millionenhöhe verkürzt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von 18 Fällen aus.
Die Verteidigung kündigte nach Angaben des Gerichts an, dass sich der Angeklagte bei der nächsten Verhandlung Mitte November zu den Vorwürfen äußern wird. Das Landgericht hatte den Mann schon im August vergangenen Jahres zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. In dem Verfahren ging es um die unrichtige Darstellung von Bilanzen und um Beihilfe zu Kreditbetrug. Weil sich der Prozess damals verzögerte, galt ein Jahr der Strafe als vollstreckt.