Volkswagen holt sich bei Elektroautos Hilfe vom Tesla-Herausforderer Rivian - und nimmt dafür Milliarden in die Hand. Europas größter Autobauer will bis zu fünf Milliarden Dollar ausgeben und gemeinsam Technik für künftige Fahrzeuge entwickeln. Für Rivian ist es eine höchst willkommene Geldspritze: Die Firma schreibt nach wie vor rote Zahlen und hat aktuell mit einem sinkenden Interesse an Elektroautos in den USA zu kämpfen.
Die zuletzt schwächelnde Rivian-Aktie sprang im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate am Mittwochvormittag um fast 60 Prozent hoch. Für die VW-Papiere ging es allerdings am Morgen im Xetra-Handel zunächst leicht bergab. Ein Aktienhändler betonte, dass der Mittelabfluss belasten dürfte. Auf lange Sicht dürfte die Entscheidung allerdings strategisch sinnvoll sein, sofern das Projekt am Ende auch erfolgreich ist.
Die Kooperation ist recht eng gefasst: Software, Steuercomputer sowie Netzwerk-Architektur. Ein zentraler Punkt: Volkswagen wird für neue Autos in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts auf Rivians Technologie und Software einschwenken. Der Autoriese könnte damit viel Geld im Vergleich zu einer Entwicklung der Technik in Eigenregie sparen. Rivian-Chef RJ Scaringe betonte in einer Telefonkonferenz am Dienstag, dass andere Bereiche wie Batterien oder Antriebstechnik nicht Teil der Partnerschaft seien.