Der Salzstock Gorleben ist vor vier Jahren aus der Suche für ein Atommüll-Endlager ausgeschieden - viele Menschen im Wendland sind aber weiter besorgt. Denn: Solange es keinen ausgewiesenen Standort in Deutschland gibt, bleiben die 113 radioaktiven Atommüll-Behälter im oberirdischen Zwischenlager. Und auch, weil sich das Zuschütten des Bergwerks verzögert, ruft die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Sonntag für Sonntag zum Anti-Atom-Spaziergang vor den Toren der weitläufigen Anlage auf.
Vor 15 Jahren hatten sich im Streit um die Castor-Transporte mehr als Hundert Menschen unter dem Motto «Schicht im Schacht – wir geben Acht» zum ersten Sonntagsspaziergang versammelt und die Zufahrt zum Endlager-Gelände mit Ketten verschlossen. Im Vertrauen auf das endgültige «Aus» verringerten sich die Teilnehmerzahlen. «Jetzt steht erneut zu befürchten, dass der Salzstock durch weitere Verzögerungen doch irgendwie "offen" gehalten werden könnte», schreibt die BI.
Tatsächlich sollte es Mitte 2024 mit der Verfüllung des Salzes in das Bergwerk losgehen, danach würden die beiden hohen Schächte verschlossen. Auf einer überdimensionalen Halde lagern in festem Zustand 400.000 Tonnen Salz. Bisher fehlten aber noch Genehmigungen, heißt es aus dem Umweltministerium in Hannover und der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).