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«Tagesschau»-Sprecherin Susanne Daubner wird 65

Daubner gilt als «Kult-Ansagerin» für das Jugendwort des Jahres. (Archivbild) / Foto: Ulrich Perrey/dpa
Daubner gilt als «Kult-Ansagerin» für das Jugendwort des Jahres. (Archivbild) / Foto: Ulrich Perrey/dpa

Susanne Daubner prägt seit Jahrzehnten die «Tagesschau» – und bleibt mit Jugendworten auf Social Media auch für junge Fans unentbehrlich. Jetzt feiert die Sprecherin ihren 65. Geburtstag.

Susanne Daubner bezeichnete ihre Arbeit bei der ARD einmal als «längste Beziehung» ihres Lebens. Eine Partnerschaft, geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, sagte sie 2025 zum 75-jährigen Jubiläum der ARD. Die ARD sei ein verlässlicher Partner – in guten wie in schlechten Nachrichtenzeiten. Seit Jahrzehnten prägt die «Tagesschau»-Sprecherin das Bild der Sendung. Am Donnerstag, 26. März, wird sie 65 Jahre alt.

Geboren 1961 in Halle an der Saale, begann Daubner ihre journalistische Laufbahn beim Jugendradio DT 64. Stationen beim Sender Freies Berlin und beim Ostdeutschen Fernsehen führten sie schließlich 1999 zur «Tagesschau». Dort gehört sie zu den dienstältesten Sprecherinnen. Regelmäßig ist sie in der Hauptausgabe um 20.00 Uhr zu sehen, aber auch in kürzeren Nachrichtenclips begleitet sie Zuschauerinnen und Zuschauer durch den Alltag.

Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr die Berichterstattung der ARD während ihrer Jahre in der DDR, erzählte sie zum Jubiläum der ARD. «Sie ermöglichte mir einen unparteiischen Blick auf unser geteiltes Land und das Weltgeschehen.»

Jugendwort trifft Nachrichtensprache

In den letzten Jahren ist Daubner auch über die klassischen Nachrichtensendungen hinaus bekanntgeworden: Sie gilt als «Kult-Ansagerin» für das Jugendwort des Jahres und erklärt es traditionell auf Social-Media-Kanälen der «Tagesschau». 2021 hatte Daubner in einem Clip das Gewinnerwort «Cringe» (zum Fremdschämen) präsentiert und es in staatstragendem Ton so erklärt: «"Cringe" ist das Gefühl, das Sie haben, wenn ich den folgenden Satz sage: "Digga, wie fly ist eigentlich die "Tagesschau", wenn sie mit Jugendwörtern flext."»

Als sie vorhatte, das Jugendwort nicht mehr auf Social Media zu erklären, protestierten Fans. Der Rückzugsplan wurde gestrichen. 

Stimme für Kino und Nachrichten

Auch als Synchronsprecherin ist ihre Stimme gefragt: In der deutschen Fassung von «Zoomania 2» leiht sie der Schneeleopardin Fabienne Growley ihre Stimme – eine Erfahrung, die Daubner in Interviews selbst als «aufregend» bezeichnete. «Wann ist man schon mal ein Schneeleopard? Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, als ich das Angebot bekam», erzählte sie in einem Interview mit dem Film-Journalisten André Wesche. Sie würde gern mal im Schneeleoparden-Kostüm die «Tagesschau» sprechen. «Vielleicht in meiner letzten Sendung.»

Seit November 2024 gibt es Daubner zudem in klein: Die beliebte Moderatorin präsentiert die ARD-Nachrichtensendung im Hamburger Miniatur Wunderland. Eine kleine Figur der Moderatorin moderiert dort Nachrichten im Miniaturstudio und läuft auf Knopfdruck.

Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern dürften noch skurrile Sekunden aus dem Februar 2000 in Erinnerung sein, als ein Putzmann bei einer Sendung durch das Bild lief, während Daubner eine Meldung vorlas. Als Daubner «Guten Morgen» sagte, grüßte ein Mann im Hintergrund freundlich zurück.

Kultstatus bei jungen Zuschauerinnen und Zuschauern

Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, sagte auf dpa-Anfrage, Daubner habe es geschafft, die «Tagesschau» über alle Generationen hinweg zur Nachrichtenmarke Nummer eins zu machen. «Mit ihrer charmanten Präsentation der Jugendwörter hat sie Kultstatus bei jungen Zuschauerinnen und Zuschauern erlangt, während sie beim älteren Publikum seit jeher für Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit steht. Sie verkörpert das Beste beider Welten – und genau das macht sie einzigartig.»

Nach Ansicht ihres Kollegen Jens Riewa eint Daubner die Generationen in Deutschland. «Heute bist Du der Nation nahezu heilig, Du einst wie keine andere die Generationen», sagte der «Tagesschau»-Chefsprecher auf dpa-Anfrage. Riewa und Daubner haben nach seinen Worten vor fast 40 Jahren gemeinsam beim Radio in Berlin angefangen. «Wir teilten uns die beste Sprecherzieherin der Welt, der wir eine Ausbildung verdanken, die für viele Jahrzehnte im Sprecherberuf reichte.» Jahre nach Daubners Flucht in den Westen trafen sie sich zufällig auf dem Kurfürstendamm in Berlin, erzählt der 62-Jährige. «Da war ich schon beim ORB und holte Dich dazu, wie auch Jahre später bei der Tagesschau.»

Privat hält Daubner ihr Leben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass sie in Hamburg lebt und eine Tochter hat. Vor Jahren erzählte sie in einem Beitrag für das «Magazin des Business Club Hamburg», dass ihre Tochter ihr größtes Glück sei. Zeit mit ihr zu verbringen und mit Freunden, füreinander da zu sein, zähle für sie.

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