Der renommierte Göttinger Steidl Verlag hat das vorläufige Insolvenzverfahren verlassen. Anfang des Monats hatte das Amtsgericht Göttingen das Verfahren eröffnet. Nun seien alle offenen Forderungen beglichen worden, teilte das Amtsgericht mit. Das habe der Gläubiger bestätigt.
Nach Angaben aus dem Büro des Braunschweiger Rechtsanwalts Stefan Liese, der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt war, ging es unter anderem um unbezahlte Sozialabgaben. Laut dem Göttinger Arbeitsrechtler Sascha John, der nach eigenen Angaben den Großteil der Steidl-Mitarbeiter vertritt, waren Anfang des Monats noch mehrere Klagen offen. Es sei um nicht oder verzögert bezahlte Gehälter gegangen.
Der Steidl Verlag war in der Vergangenheit unter anderem dafür bekannt, seit 1993 die weltweiten Rechte am Werk von Günter Grass zu halten. Für die Zukunft kann der Verlag darauf aber nicht mehr bauen. Die Günter und Ute Grass Stiftung beendete die Zusammenarbeit im Mai, weil sich der Verlag wiederholt im Zahlungsrückstand befunden habe, sagte eine Sprecherin der Stiftung Mitte der Woche.
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