Die angewachsene «Schattenflotte» aus Rohöl-Tankern beeinträchtigt den deutschen Industrieversicherer Allianz Commercial. «Wir haben mehr Arbeitsaufwand, mehr Kosten», sagte Justus Heinrich, der in Zentraleuropa zwei Bereiche des maritimen Geschäfts der Allianz-Tochter leitet. Laut der UN-Schifffahrtsorganisation IMO gehören Schiffe einer «Schattenflotte» an, die eingesetzt werden, um Sanktionen zu umgehen. Üblicherweise handelt es sich um Sanktionen des Westens.
Heinrich sagte der Deutschen Presse-Agentur, Arbeit und Kosten nähmen zu, weil der Versicherer sicherstellen müsse, dass nicht mit Unternehmen zusammengearbeitet werde, die auf Sanktionslisten stünden. Wichtig seien beispielsweise die Vorgaben der US-Behörde Ofac, die die von den Vereinigten Staaten beschlossenen Sanktionen vollstreckt.
Nicht immer sei direkt ersichtlich, ob ein Schiff der «Schattenflotte» angehöre. Mit Russland werde weiter legaler Handel betrieben, sagte Heinrich. Nicht jedes Schiff, das einen russischen Hafen anlaufe, stehe automatisch auf einer Sanktionsliste.