Mehr als 2.000 Metall-Beschäftigte legen Arbeit nieder
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben Beschäftigte in zahlreichen Betrieben in Niedersachsen ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach Ende der Friedenspflicht traten sie am Montag in den Ausstand. Mehr als 2.000 beteiligten sich, wie ein Sprecher der IG Metall mitteilte. Am Abend sollen außerdem in vielen Betrieben sogenannte Frühschlussaktionen einen vorzeitigen Feierabend einläuten. Ausstände gab es den Angaben nach unter anderem in Hildesheim, an denen sich auch Mitarbeiter der Autozulieferer Bosch und ZF beteiligten, oder beim Hausgerätehersteller Miele in Lehrte. Die Belegschaften standen IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger zufolge geschlossen zusammen. «Das war ein erstes, unüberhörbares erstes Signal an die Arbeitgeber. Die Beschäftigten lassen sich mit Krümeln nicht abspeisen», teilte er mit. Gröger zufolge war das allerdings erst der Auftakt. Für die nächsten Tage hat die IG Metall weitere Warnstreiks angekündigt. Schwerpunkte soll es in Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Salzgitter geben. In der vergangenen Woche war die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber hatten erstmals in der Tarifgeschichte in fünf Tarifbezirken gleichzeitig ein abgestimmtes Angebot auf den Tisch gelegt. Auch in Niedersachsen. Dieses sieht eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028 vor. Für das kommende Jahr schlagen die Arbeitgeber im Juli eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts vor. Die IG Metall lehnte das ab. «Das ist ein Angebot zum Reallohnverlust», sagte Gröger. Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Sie begründet das mit gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Tarifrunde müsse dem Umstand Rechnung tragen, dass sich die Branche wirtschaftlich uneinheitlich entwickle. Der Flächentarifvertrag für die Branche regelt Entgelt und Arbeitsbedingungen. Wichtige Sparten sind Maschinenbau, Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Die IG-Metall-Bezirksleitung in Hannover ist für zwei Tarifgebiete im Land mit etwa 120.000 Beschäftigten zuständig: Niedersachsen und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Dort wird separat verhandelt. Der Nordwesten Niedersachsen gehört zum Bezirk Küste, der auch Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Auch dort gab es am Montag erste Warnstreiks. Für die Beschäftigten der Volkswagen AG wird getrennt verhandelt. Sie haben einen eigenen Haustarif. Die Verhandlungen beginnen am 24. November. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenIG Metall kritisiert «bemerkenswerte Gleichgültigkeit»
Für die Beschäftigten von VW wird getrennt verhandelt