Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg wird die Entwicklung des Seuchengeschehens auch unter niedersächsischen Landwirten aufmerksam verfolgt. Denn auch wenn es in Niedersachsen keine Infektion mit der für Paarhufer gefährlichen Krankheit gibt, so sind die Auswirkungen dennoch für Landwirte in ganz Deutschland spürbar.
Welche Auswirkungen für Schweinehalter?
Noch Anfang dieser Woche sprach die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) von überschaubaren Auswirkungen der Tierseuche auf den deutschen Schweinemarkt. Aber diese Einschätzung habe sich inzwischen geändert, sagt ein ISN-Sprecher. «Das Geschehen ist hochdynamisch.»
Denn inzwischen hat auch Großbritannien ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt. Großbritannien ist ein wichtiger Absatzmarkt für Schweinefleisch aus Deutschland. In der Folge gingen laut ISN die Schlachtpreise inzwischen deutlich zurück.
Aber: 80 Prozent der deutschen Schweinefleischexporte gehen in andere EU-Länder. Daran werde sich auch nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche nichts ändern, erklärt der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Albert Hortmann-Scholten. In der EU gelte das sogenannte Regionalisierungsabkommen, weswegen nach einzelnen Regionen in den Herkunftsländern differenziert wird. In der Folge bedeute das, dass andere EU-Länder unter Verweis auf den MKS-Ausbruch in Brandenburg die Einfuhr von deutschem Fleisch nicht per se verbieten dürfen.