In der historischen Mühle in Bardowick bei Lüneburg wird wie in früheren Zeiten gemahlen - und das am Anschlag. «Wir arbeiten sechs Tage, manchmal sechseinhalb», erzählt Eckhard Meyer, der den Betrieb in sechster Generation führt. «Es gab einmal 15.000 Windmühlen in Deutschland, jetzt sind es nur noch fünf, die gewerblich in Betrieb sind.»
Die Handwerksmühle mit den großen Flügeln - ein sogenannter Galerieholländer - brummt. Zwei bis drei Tonnen Getreide am Tag schaffen sie, mehr geht nicht. Gemahlen wird elektrisch und mit der Windkraft der nostalgischen Mühlenblätter.
«Das funktioniert nur in der Nische, den Wettbewerb mit der Industrie hätten wir morgen verloren», sagt der 57-Jährige. «Da überwachen die Müller nur noch die Anlagen, es wird automatisiert Mehl hergestellt. Da fasst keiner mehr einen Sack Mehl an.»
Das Erfolgsrezept der Meyers: die Regionalität sowie das Ambiente mit Hofladen und Café. Neun verschiedene Getreidearten werden verarbeitet, speziell alte Sorten werden wieder nachgefragt. «Ich denke, die Kunden möchten jemanden, der für das Produkt steht», sagt Meyer. In dieser Woche geht der Online-Verkauf an den Start.