Die Intendantenwahl beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) ist vorerst gescheitert. Die einzige Kandidatin, die frühere Bertelsmann-Managerin Sandra Harzer-Kux, verfehlte die erforderliche Mehrheit.
Einen zweiten Wahlgang wird es nicht geben. Binnen eines Monats kann der Verwaltungsrat erneut einen Personalvorschlag unterbreiten. Die nächste reguläre Sitzung des Rundfunkrats ist Mitte Mai. Es darf nach Gremienangaben nicht dieselbe Person sein wie im ersten Wahlgang. Wie es ganz konkret weitergeht, ist unklar.
Die 52 Jahre alte Managerin Harzer-Kux hätte 34 Ja-Stimmen benötigt. Es stimmten aber nur 30 Rundfunkräte mit Ja. Zudem gab es 14 Neinstimmen und 6 Enthaltungen.
Das Kontrollgremium Rundfunkrat, das die Senderspitze wählt, kritisierte im Anschluss unter anderem, dass es keine Wahl zwischen mehreren Kandidaten gab. Das liegt am NDR-Staatsvertrag, der festlegt, dass der Verwaltungsrat einen Personalvorschlag machen kann.
Gesucht wurde eine Nachfolge für Senderchef Joachim Knuth. Der 65-Jährige hatte einen vorzeitigen Übergang zum 1. September angeboten. Knuth ist seit Januar 2020 Intendant des drittgrößten ARD-Senders. Sein Vertrag läuft eigentlich regulär bis Mitte Januar 2026.