Die deutsche Industrie sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr und fordert deutliche Reformen. Was die Bundesregierung bisher getan habe, sei aller Ehren wert - «aber es reicht halt nicht», sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, am Montag zum Auftakt der Hannover Messe. So lasse sich der Rückgang der Industrieproduktion, der seit Jahren zu beobachten sei, nicht stoppen.
«Wir brauchen wettbewerbsfähige und langfristig planbare Energiepreise», forderte Russwurm von der Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP. Zudem müssten die Unternehmenssteuern gesenkt werden.
Bundeskanzler Olaf Scholz hatte am Vorabend erklärt, die Großhandelspreise für Gas und Strom lägen mittlerweile auf dem Vorkrisenniveau oder sogar darunter. Das gelte ganz besonders für energieintensive Unternehmen. Und auch der Abstand zu den Energiepreisen in den USA und anderen energiereichen Ländern liege inzwischen wieder auf einem Niveau, mit dem die Unternehmen «seit Jahren und Jahrzehnten umgehen müssen», sagte der SPD-Politiker.