Ralph Rehlmeyers Arbeitsplatz schwimmt auf der Elbe. Den ganzen Tag lang, hin und her. Denn der 59-Jährige ist Kassierer auf Hamburgs einziger Autofähre. Das 130 Meter lange Schiff verbindet Hamburg und Niedersachsen: Bis zu 80 Mal am Tag überquert die Fähre den etwa 300 Meter breiten Fluss zwischen Hamburg-Kirchwerder und Hoopte, einem Ortsteil von Winsen (Luhe). Diese etwa ein Kilometer lange Fährverbindung gilt als die älteste noch existierende in Deutschland. 1252 wurde sie das erste Mal bedient.
Fähre spart bis zu 33 Kilometer Umweg
Gerade morgens und nachmittags fahren immer wieder dieselben Menschen mit ihren Autos auf die Fähre. Für Pendler ist das Schiff mit Platz für bis zu 25 normal große Autos ein Segen. Statt über die nächste Brücke auf die andere Seite der Elbe fahren zu müssen, können sie mit Fähre stark abkürzen. Bis zu 33 Kilometer Umweg können sie so sparen. Und Zeit sowieso.
Gleisbauer Thorben hat die Fähre seinem Chef genau deshalb schmackhaft machen können. Er nutzt sie oft mit dem Firmen-Lastwagen für Fahrten zwischen der Baustelle in Hamburg-Bergedorf und dem Firmengelände in Meckelfeld/Seevetal. «Die A1 ist mit dem Lkw eine Katastrophe. Mit der Fähre sparen wir nicht nur Diesel, sondern auch locker zwei Stunden Arbeitszeit. So kann ich mehr schaffen», sagt der 30-Jährige, bevor er sich wieder in den Lkw setzt und die Fähre verlässt.
Die Verkehrssituation auf der Autobahn 1 spielt der Fähre in die Karten. «Wenn es auf der A1 eine Vollsperrung gibt, kannst du davon ausgehen, dass es 20 Minuten später hier richtig voll wird», sagt Decksmann Rehlmeyer, der längst als das Gesicht der kleinen und wichtigen Fähre gilt. Manchmal setzt das Unternehmen dann zwei Fähren gleichzeitig ein, um die Autoschlangen abarbeiten zu können.