Odette Weedon kniet auf einem Acker und hält eine Sommerweizenähre und eine Erbsenschote in der Hand. Beide Feldfrüchte wachsen hier gemeinsam nebeneinander und sollen auch gemeinsam geerntet werden. Was hier, in Belm bei Osnabrück, praktiziert wird, nennt sich Gemengeanbau - dabei werden verschiedene Kulturen gleichzeitig angebaut. Er wird vor allem im Biolandbau praktiziert und hat viele ökologische Vorteile.
Widerstandsfähiger gegen Wetterextreme
Gemengeanbau soll Studien zufolge widerstandsfähiger gegen Wetterextreme sein, das Wachstum von Unkraut unterdrücken und dafür sorgen, dass Nährstoffe im Boden besser genutzt werden. Auch die Artenvielfalt profitiert Experten zufolge davon. Ein Problem aber ist die Ernte: Das Gemisch, zum Beispiel aus Getreide und Erbsen, lässt sich bislang überwiegend nur als Viehfutter verwenden.
Die Vorteile des Gemengeanbaus seien für Landwirte sehr groß, vor allem mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels, sagt Weedon. Sie ist Wissenschaftlerin an der Universität Kassel im Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften und beschäftigt sich mit ökologischem Pflanzenschutz. Ein Faktor, der viele Ökolandwirte noch vom Gemengeanbau abschrecke, sei aber der Umstand, dass es kaum Abnehmer und damit Verwendung für die Ernte gebe.