Wenn das Museumsschiff «Cap San Diego» seinen Liegeplatz im Hamburger Hafen verlässt, ist das etwas Besonders. Denn nur wenige Tage im Jahr heißt es «Leinen los», um mit Gästen zu Ausfahrten aufzubrechen. Dazu kommt alle fünf Jahre ein Werftbesuch, um das maritime Denkmal bei einer Art Schiffs-TÜV sicherheitstechnisch überprüfen zu lassen. Die sogenannte Erneuerung der Klasse ist Voraussetzung dafür, dass das größte betriebsfähige Museumsfrachtschiff der Welt fahrtüchtig bleibt.
Am Sonntagabend legte das Schiff in Hamburg ab, um in der Bremerhavener Werft Bredo Dry Docks in den nächsten drei Wochen für 1,5 Millionen Euro fit gemacht zu werden. Es müssen Tanks gereinigt, Anker und Ankerwinde überarbeitet oder auch das Unterwasserschiff neu angestrichen werden.
Neben den Werftprofis werden auch zahlreiche Ehrenamtliche das Schiff auf Vordermann bringen. «Im laufenden Betrieb sind viele Arbeiten nicht möglich», begründet Geschäftsführerin Ann-Kathrin Ruess. Eine der Ehrenamtlichen ist Gaby Liedtke. «Wir sind für die Holz- und Metallarbeiten zuständig», erklärt die 65-Jährige den Aufgabenbereich ihres Teams. In den nächsten Tagen wird sie eine Holztreppe abmontieren, alle Leisten abschrauben, das Holz schleifen und neu lackieren. Die Vorfreude ist ihr ins Gesicht geschrieben.