Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat den Beschäftigten der Stahlindustrie Mut gemacht. Die Umstellung auf klimaneutral produzierten Stahl werde nur gemeinsam mit der Belegschaft gelingen, sagte der SPD-Politiker beim Besuch des Bremer Stahlwerks. «Wir reden nicht nur über technologischen Wandel, Investitionen, nicht nur über Wettbewerbsbedingungen, nicht irgendwas Technokratisches. Am Ende des Tages ist es so, dass Stahl von Menschen gemacht wird.» Sein Ministerium werde die Mitarbeitenden bei den anstehenden Veränderungen unterstützen.
Sorge der Beschäftigten: «Wie geht es weiter?»
Die anstehenden Veränderungen seien eine Herausforderung, berichten die Mitarbeitenden. «Wir Ältere machen uns eigentlich keine Gedanken darüber. Ich denke, meine zehn Jahre kriege ich ja noch am Hochofen 'rum», sagte ein Schichtleiter am Hochofen. «Aber die Jüngeren, die bei uns sind, die machen sich schon Gedanken: Wie geht es weiter?»
Wenn ältere Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen, drohe Wissen verloren zu gehen, befürchtet ein Kollege. Gleichzeitig ändern sich die Aufgaben mit der Digitalisierung, die Verantwortung werde größer. Dafür seien Fortbildungen nötig. «Wir arbeiten mit Museumstechnik gefühlt von 1950 und mit dem Stand der Technik von heute. Da braucht man natürlich ein breites Portfolio an Fähigkeiten», sagte der Angestellte.
Bundesarbeitsminister verspricht Hilfe
Er könne die Bedenken der Beschäftigten verstehen, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Seine Kindheit habe er in Peine verbracht, in der Nähe des dortigen Stahlwerks. «Ich bin mit Stahl aufgewachsen und das lässt mich auch persönlich nicht kalt», sagte Heil. Sein Ministerium sei bereit, mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden zu unterstützen.
Die Umstellung auf klimaneutral produzierten Stahl werde kein Spaziergang, sagte der SPD-Politiker. Alle müssten an einem Strang ziehen. «Wir wären ganz verflucht bescheuert, wenn wir uns abhängig machen von Stahl aus anderen Ländern und wenn wir diesen Wandel nicht schaffen», sagte Heil. «Wir haben in Deutschland keine Zukunft ohne Stahl.»