Die Naturschutzorganisation BUND hat an das Bundesumweltministerium appelliert, ein Gesamtkonzept für die Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll zu erstellen. «Auch wenn alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet sind, bleibt der Atommüll als radioaktives Erbe über Jahrmillionen erhalten», sagte die niedersächsische Landesvorsitzende Susanne Gerstner. An 13 ehemaligen AKW-Standorten und in drei zentralen Zwischenlagern, darunter Gorleben, lagerten derzeit große Mengen hochradioaktiven Mülls in Betonhallen. «Diese Standorte sind nicht sicher und bergen ein enormes Umwelt- und Gesundheitsrisiko», sagte Gerstner.
Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) weist die Kritik zurück. «Die Sicherheit ist in allen BGZ-Zwischenlagern gewährleistet», teilte die BGZ im Juni 2023 als Reaktion auf eine BUND-Studie mit. In rund 30 Jahren Betrieb der Zwischenlager seien keinerlei Störungen aufgetreten, die für Mensch oder Umwelt eine Gefährdung bedeutet hätten.
Auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hat die Auffassung, dass das Zwischenlager Gorleben nicht ausreichend geschützt sei, zum Beispiel gegen Drohnenangriffe. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) besuchte am Montag den Standort Gorleben, um sich selbst ein Bild zu machen.