Sich Sorgen machen über Hochwasser? In der Vergangenheit dürfte das für viele Menschen keine besonders große Rolle gespielt haben - man verließ sich darauf, allein nach dem Rheinhochwasser in Köln gewissermaßen die Uhr stellen zu können. Das hat sich geändert. Sichtbar wurde das vor allem im Sommer 2021 - bei der Flutkatastrophe im Ahrtal mit 136 Toten. Weitere schwere Überschwemmungen nach Starkregen folgten, in Süddeutschland im Frühsommer, zuvor im Saarland, außerdem in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt um den Jahreswechsel. Dabei im Einsatz: unzählige Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz. Doch die haben kaum Möglichkeiten, für ihre Einsätze zu üben.
Denn: Wasser, das bis an die Fenster von Häusern heranreiche, könne man nur schwer simulieren, sich mit dem Boot sicher in starker Strömung zu halten, nicht auf dem Trockenen üben, sagt Joshua Jünger, Technischer Leiter Einsatz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Augsburg. Beim Hochwasser nördlich von Augsburg war er im Sommer im Einsatz, als dort ein Damm brach. Gleichzeitig gilt: «Wir wissen, dass das nächste Hochwasser kommen wird», sagt Torben Gedraht, Zugführer des Wasserrettungszuges der DLRG im Landkreis Lüneburg.