Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen einen wegen versuchten Giftmordes und gefährlicher Körperverletzung zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Orchestermusiker teilweise aufgehoben. Zwar wurde die Revision mit Bezug auf die Mutter verworfen, die Verurteilung wegen versuchten Giftmordes an der Mutter des Mannes sei rechtskräftig, teilte der Bundesgerichtshof am Mittwoch in Leipzig mit. Das Urteil bezüglich der zweiten Tat aber - der Musiker versuchte zwei Kollegen zu vergiften - sei auf Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben und müsse neu verhandelt werden. Das Urteil des Landgerichts Hannover fiel im Oktober 2023.
Rattengift gegen 93-jährige Mutter und Kollegen
Der Musiker eines renommierten Sinfonieorchesters hatte nach Überzeugung des Landgerichts im September 2022 in einem Seniorenheim in Hannover Rattengift in Lebensmittel seiner damals 93 Jahre alten Mutter gemischt. Einige Tage später reichte er zwei Kollegen auf einer Konzertreise einen Frischkäse-Dip mit dem Gift. Die Opfer erlitten Blutgerinnungsstörungen, an denen sie hätten sterben können.