Als im Januar ein Feuer auf dem Autotransporter «Thames Highway» nordwestlich von Borkum ausgebrochen ist, sind sie wieder gefragt gewesen: speziell für Schiffsbrände ausgebildete Feuerwehrleute. An mehreren Orten an der Nord- und Ostseeküste sind sie stationiert. Das Havariekommando in Cuxhaven alarmierte für den Einsatz vor Borkum unter anderem die Feuerspezialkräfte aus Cuxhaven. Sie löschten die Flammen an Bord und verhinderten so wohl Schlimmeres. Welche Feuerwehr wann eingreift – das ist genau geregelt, auch die Ausbildung der Spezialisten. Ein Überblick:
Welche Feuerwehren werden wie und wo eingesetzt?
Das kommt darauf an, welche Fähigkeiten bei einem Notfall auf See vom Havariekommando angefordert werden. Dazu gibt es bei den Feuerwehren «Maritime Incident Response Groups» (kurz «MIRGs») – quasi schnelle Eingreiftruppen. Das Havariekommando ist verantwortlich für deren Ausbildung, Ausrüstung und den operativen Einsatz. Es gibt drei Arten:
- Die Brandbekämpfer: Die «MIRG FiFi» («FiFi» steht für «Fire Fighting») ist ein fünfköpfiges Feuerwehrteam, das sich um Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und den Einsatz bei Chemielagen kümmert. Insgesamt gibt es elf solcher abrufbaren Teams an Nord- und Ostsee.
- Die Lebensretter: Die «MIRG MR» («MR» steht für «Medical Response») kommen zum Einsatz, wenn zum Beispiel viele Verletzte versorgt werden müssen. Zum Team gehören zwei Notärzte und vier Feuerwehrleute, die auch Notfallsanitäter sind. Vier solcher Teams gibt es an den Küsten.
- Die Ersthelfer: Die «MIRG FR» («FR» steht für «First Response») wird üblicherweise als Erste alarmiert. Diese Retter erkunden und geben Rückmeldung, können aber auch Brände bekämpfen und Verletzte retten. Zum sechsköpfigen Team gehören ein Notarzt und eine Feuerwehr-Führungskraft. Solche «MIRG»-Teams gibt es nur in Cuxhaven und in Kiel.
Alle Teams können übrigens, unabhängig von ihrem Standort, angefordert und überall im Einsatzgebiet des Havariekommandos eingesetzt werden.