Während Schilder «Vorsicht Kreuzottern» in der Lüneburger Heide vor der einzigen Giftschlange Norddeutschlands warnen, werden Begegnungen mit ihr seltener - ebenso wie deren Bisse. «Geeignete Lebensräume werden weniger und der Klimawandel macht den Tieren zu schaffen», sagt Michael Pees, Professor für Heimtiere, Reptilien und Vögel an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er beobachtet seit Jahren einen Rückgang von Amphibien und Reptilien.
In der Roten Liste für gefährdete Tierarten wird die Kreuzotter als «stark gefährdet», regional auch als «vom Aussterben bedroht» eingestuft. Gründe dafür kennt Michael Pees: «Extremes Wetter mit Trockenheit macht auch den Kreuzottern zu schaffen.» So veränderten sich auch feucht-trockene Übergänge in Moorgebieten - ein wichtiger Lebensraum für Kreuzottern.
Zudem seien Krankheiten wie zum Beispiel Pilzerkrankungen zu beobachten. «Und es fehlt an Korridoren zwischen Gebieten, in denen noch Kreuzottern vorkommen», sagt der Reptilienexperte. Sterbe die Kreuzotter in einem Gebiet aus, komme die Kreuzotter dort nicht mehr auf natürlichem Wege hin.