Ein Bündnis aus Umweltverbänden fordert mehr Rücksicht auf die Natur im Weltnaturerbe Wattenmeer und fordert die Unesco auf, den Druck auf die Anrainerstaaten zu erhöhen. «Öl- und Gasförderung, Flüssiggas-Terminals, Fahrwasser-Baggerungen und große Kabelbauten fügen der Natur im Weltnaturerbe Wattenmeer einen immer größeren Schaden zu», schreiben die Verbände, darunter BUND, Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Schutzstation Wattenmeer und der WWF in einer am Mittwoch veröffentlichten Beschwerde an die Unesco. Die fossile Energiegewinnung schädige nicht nur die Natur, sondern sei auch klimaschädlich. «Ihr Ausbau muss verhindert und bestehende Anlagen stillgelegt werden.»
Die Unesco, die als UN-Organisation unter anderem für die Förderung der Wissenschaft zuständig ist, hat Deutschland und die Niederlande im vergangenen Jahr aufgefordert, von einer Öl- und Gasförderung sowie der Salzgewinnung im zum Welterbe erklärten Wattenmeer und seiner direkten Umgebung abzusehen. Die Rohstoffgewinnung sei mit dem Welterbe-Status des Wattenmeers unvereinbar, erklärte die Welterbe-Kommission der Unesco im September bei ihrer Sitzung im saudi-arabischen Riad. Von Probebohrungen und einem weiteren Vorantreiben solcher Projekte solle Abstand genommen werden. Beim Anlegen neuer Stromleitungen zu Offshore-Windparks müssten Maßnahmen zum Schutz des Wattenmeers getroffen werden, mahnte die Unesco an.