Angesichts drohender kräftigerer Sturmfluten und einem erwarteten Meeresspiegelanstieg infolge des Klimawandels will Niedersachsen beim Küstenschutz Tempo machen. Um Deiche zu erhöhen, Sperrwerke zu ertüchtigen und Dünen auf den Inseln zu sichern, werde 2025 erneut eine Rekordsumme ausgegeben, sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne) bei der Vorstellung der Küstenschutzpläne im Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im ostfriesischen Norden.
Wo und wofür das Geld genau eingesetzt wird
Insgesamt planen die Küstenschützer mehr als 150 einzelne Maßnahmen entlang der niedersächsischen Küste, auf den Ostfriesischen Inseln und an den Flussmündungen von Ems, Weser und Elbe.
Der Großteil der aktuellen Mittel fließt in die Ertüchtigung, den Erhalt und den Neubau von Deichen am Festland. Die 22 Hauptdeichverbände zwischen Dollart und Elbe erhalten insgesamt rund 59,1 Millionen Euro. Viele Deiche der insgesamt mehr als 610 Kilometer langen Deichlinie in Niedersachsen müssen in den kommenden Jahren noch erhöht werden. «Wir schützen allein in Niedersachsen 1,1 Millionen Menschen mit dieser Deichlinie», sagte Meyer. Deshalb dürfe beim Hochwasser- und Küstenschutz nicht gespart werden.
Auch auf den Inseln sehen die Küstenschützer in diesem Jahr wieder einen Handlungsbedarf. Nach einer bislang vergleichsweise ruhigen Sturmflutsaison fällt dieser aber voraussichtlich etwas geringer aus. Auf den Inseln sind insgesamt 9 Millionen Euro der Küstenschutzmittel eingeplant - zum Beispiel für neuen Sand. Auf Langeoog und Norderney ist laut NLWKN schon absehbar, dass im Sommer neuer Sand zum Schutz von Dünen aufgespült werden muss.