Durch Baggern und Verklappen werden in den Küstengewässern der Nordsee nach einer neuen Untersuchung jedes Jahr rund 200 Millionen Tonnen Sediment bewegt. Das entspricht etwa der Größenordnung der natürlichen Umlagerung durch die Nordseeströmung und die Anrainerflüsse, wie aus einer Studie der Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht hervorgeht. Das Wattenmeer sei davon besonders betroffen.
Für die Studie seien Daten über Baggertätigkeiten aus 30 Jahren zusammengetragen und ausgewertet worden, sagte der Experte für Sedimenttransport am Hereon, Lucas Porz.
Bekannt ist, dass verklappter - also von Transportschiffen ins Meer abgelassener - Sand und Hafenschlick nicht dort liegen bleibt, wo man ihn deponiert, sondern mit der Zeit durch die Wasserströmung fortgetragen wird. Oftmals lagert sich das Material wieder in Häfen oder Fahrrinnen ab – die dann erneut ausgebaggert werden müssen. Bei den Simulationen der Studie kam heraus: Auch im Wattenmeer lagert sich ein großer Teil des verklappten Materials langfristig ab.