Atemschutzmaske, Ganzkörperanzug und Handschuhe - die Sicherheitsvorkehrungen bei der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) können nicht streng genug sein. Täglich liefert ein Lkw Dutzende alte chemische Waffen aus dem nur wenige Kilometer entfernten Dethlinger Teich bei Munster im Heidekreis. «Das ist eine Black Box», sagt Ingo Schories, Leiter Vernichtung Munition und Explosivstoffe. Die Grube gilt als größte Müllhalde für Chemiewaffen zumindest in Europa.
«Wir sind die Kriegsverlierer gewesen und man hat der Wehrmacht alles abgenommen», erzählt der Fachmann von der deutschlandweit einzigen Vernichtungsanlage für chemische Kampfstoffe. Massenweise Munition wie Giftgas- und Sprenggranaten wurde nach dem 2. Weltkrieg in den riesigen Teich geschmissen, danach wurde er einfach zugeschüttet.
Erst Jahrzehnte später machte man sich Gedanken um das schon lange in der betroffenen Region verunreinigte Grundwasser. Mehr als 100 000 verschiedene Kampfmittel könnten in der Tiefe lagern, der Teich entstand durch den Abbau von Kieselgur. Flüssige und feste Gifte schlummern gefährlich vor sich hin.