Darf der Bruder des Mannes, der von seinem Hund totgebissen worden sein soll, das Tier behalten? Darüber soll nun das Verwaltungsgericht Oldenburg entscheiden. Der Landkreis Vechta, in dessen Obhut der American-Bully-XL-Rüde namens Sam nach dem Todesfall kam, verweigert die Rückgabe bisher. Deshalb reichte der Bruder des im Januar Getöteten nun Klage beim Verwaltungsgericht ein. Das bestätigte ein Gerichtssprecher. Zuvor berichtete die «Hannoversche Allgemeine Zeitung».
Der Hund soll in Lohne im Landkreis Vechta seinen eigenen Halter totgebissen haben. Eine Passantin hatte den Mann am 8. Januar leblos in einem Straßengraben gefunden. Daneben saß der Hund, der nicht von der Seite seines leblosen Herrchens wich und sich gegenüber Polizei und Rettungskräften aggressiv verhielt.
Wesenstest und Petition
Um zu klären, wie es mit dem Hund weitergehen kann, hatte der Landkreis Vechta mit Sam einen Wesenstest gemacht. Den hatte Sam bestanden. Damit dürfe der Hund grundsätzlich wieder an einen neuen Halter vermittelt werden, hatte der Landkreis seinerzeit mitgeteilt.
Zehntausende Menschen hatten zuvor eine Petition mit dem Ziel unterschrieben, eine mögliche Einschläferung zu verhindern. Eine weitere Online-Petition forderte zudem unter anderem, eine rechtsmedizinische Zweitmeinung einzuholen und den Wesenstest öffentlich zu dokumentieren.
Kreis sieht noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt
Der Bruder, der dem Zeitungsbericht zufolge mit dem Verstorbenen und dem Hund in einer Wohngemeinschaft lebte, will nun Sam wieder bei sich aufnehmen. Bislang verwehre ihm der Landkreis die Herausgabe des Hundes, zitiert die Zeitung den Anwalt des Bruders.
«Aktuell sind noch nicht alle Antragsvoraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis zur Haltung eines gefährlichen Hundes sowie für die damit einhergehende Herausgabe des Hundes erfüllt», teilte eine Sprecherin des Landkreises Vechta mit.
Wann das Verwaltungsgericht Oldenburg über die Klage entscheide, sei noch nicht abzusehen, erklärte der Gerichtssprecher.
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