Tiere wecken Emotionen: Ein Hund soll in Lohne im Landkreis Vechta seinen eigenen Halter totgebissen haben - und könnte nach einem Wesenstest sogar eingeschläfert werden. Diese Möglichkeit sorgt offensichtlich für Entsetzen bei Zehntausenden von Menschen: Auf einer Petitionsplattform im Internet werden Unterschriften unter der Überschrift «Für Sam» gesammelt - und die Frage gestellt: «Was, wenn Liebe wie Gewalt aussieht?» Bis zum Mittwochvormittag kamen über 36.500 Unterschriften für den American Bully XL zusammen. Zuvor hatte die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» berichtet.
Petition wirft neue Fragen auf
Die Petition wirft die Frage auf: «Was, wenn der Mann bereits bewusstlos war? Was, wenn der Hund versucht hat, ihn zu wecken?» Auf der Website heißt es dazu: «Hunde stupsen, ziehen, lecken, beißen manchmal in Panik. Nicht aus Bosheit – sondern aus Verzweiflung. Aus Bindung. Aus Angst, allein zu sein. Ein Hund versteht keinen Tod. Er versteht nur: Mein Mensch reagiert nicht.»
Die Initiatoren der Petition schrieben dazu: «Solange niemand sicher sagen kann, was passiert ist, darf kein Leben beendet werden.» Niemand wisse, ob die Wunden des Mannes von einem Angriff stammten oder «einem verzweifelten Versuch, Leben zurückzuholen». Der Hund verdiene eine «faire, unabhängige Begutachtung». Antonio Vella, einer der Initiatoren der Petition, sagte der Zeitung: «Für mich gibt es viele Fragezeichen.»
Wesenstest ist entscheidend
Für den Hund ist laut Landkreis der Ausgang des Wesenstests entscheidend - dieser stehe unmittelbar bevor, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Von dem Test hängt ab, wie mit dem American Bully XL weiter umgegangen wird. Geht der Wesenstest positiv aus, könnte das Tier an neue Besitzer vermittelt werden, die dann aber eine Erlaubnis zur Haltung eines gefährlichen Hundes benötigen.
Bei einem negativen Ausgang des Tests wird geprüft, inwieweit das Tier therapiert werden kann. Aber auch ein Einschläfern des Hundes könnte in Betracht kommen – wenn ein verhaltenstherapeutisch ausgebildeter Tierarzt zu dem Schluss kommt, dass eine weitere Therapie unter keinen Umständen Erfolg haben wird. Außerdem muss der Hund weiterhin eine Gefährdung für Menschen darstellen.
Eine weitere Online-Petition mit zunächst knapp 1.000 Unterschriften forderte zudem, eine rechtsmedizinische Zweitmeinung einzuholen, den Wesenstest öffentlich zu dokumentieren - und den Hund vorurteilsfrei zu bewerten, ohne «Vorverurteilung oder Stigmatisierung bestimmter Hunderassen».
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