Selten war es so gefährlich, einen Derbysieg zu feiern. Die Spieler von Werder Bremen bejubelten vor ihrer Fankurve gerade ausgelassen den verdienten 3:1 (1:1)-Erfolg gegen den Hamburger SV, als neben ihnen mehrere Leuchtraketen einschlugen. Abgeschossen wurden sie am anderen Ende des Weserstadions im Gästeblock der HSV-Anhänger.
«Irgendwo sind Grenzen. Die Verletzungsgefahr war groß», sagte Werder-Trainer Daniel Thioune dazu. Aber immerhin: Verletzt wurde niemand. Die Polizei drängte zur Verhinderung einer weiteren Eskalation in den nicht einmal mehr halbgefüllten HSV-Block. Und auch der Hamburger Trainer Merlin Polzin meinte: «Wir wollen das in keinster Weise unterstützen oder gutheißen.»
Das Nordderby zwischen Bremen und Hamburg ist eines der brisantesten Duelle des deutschen Fußballs. Sieben Jahre lang fand es zumindest auf Erstliga-Niveau nicht mehr statt. In dieser Saison aber hat sich die Rivalität zwischen Werder und dem HSV mit voller Wucht in der Bundesliga zurückgemeldet.