Ausschreitungen von 96-Fans trüben Niedersachsen-Derby
Schwere Ausschreitungen von Gästefans haben das brisante Niedersachsen-Derby der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 überschattet. Nach dem Tor zum 2:0-Endstand durch Braunschweigs Yann Sturm (90.+2) waren aus dem Fan-Block von Hannover 96 Raketen und bengalische Feuer in den Zuschauerblock und auf das Spielfeld geschossen worden. Die Feuerwehr musste kleinere Brände löschen. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach die Partie für zehn Minuten. «Das trübte die Bilanz des Gesamteinsatzes», sagte ein Polizeisprecher zu den Szenen. Denn: Vor und nach dem Vorfall blieb es den Angaben nach ruhig. Weitere Vorkommnisse gab es laut Polizei beim Rücktransport der 96-Anhänger zum Braunschweiger Bahnhof nicht mehr. Das Geschehen im Stadion werde im Nachgang noch einmal genau untersucht. Vor und während des Spiels war es nach Polizei-Angaben lange ruhig geblieben. Mit einem Extra-Zug waren 1.900 Anhänger aus Hannover nach Braunschweig gebracht und vom Bahnhof zum Stadion begleitet worden. Auch beim Marsch von 2.000 Eintracht-Fans zum Stadion kam es zu keinen Zwischenfällen, abgesehen vom Zünden von Pyrotechnik. Die Polizei sicherte das als Hochrisikospiel eingestufte Derby mit einem massiven Aufgebot. Dabei war ein Augenmerk, die beiden verfeindeten Fan-Lager zu trennen. In der vergangenen Saison waren die beiden Partien der Erzrivalen weitgehend friedlich geblieben. Durch Vorfälle im Vorfeld der 185. Auflage des Traditionsduells waren Befürchtungen aufgekommen, dass es beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in dieser Saison wie schon in der Vergangenheit zu Ausschreitungen kommen könnte. Zwei Wochen vor der Partie waren vermummte Personen - mutmaßlich 96-Anhänger - in eine Halle in Braunschweig eingedrungen und hatten Utensilien für eine Choreo der Eintracht-Fanszene entwendet. Die Ermittler leiteten Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und des Raubes ein. Zudem tauchten in der Nacht zum vergangenen Dienstag etwa 40 Plakate mit Hassbotschaften gegen Eintracht Braunschweig auf. Auch in Celle, Peine und Gifhorn sollen Plakate aufgehängt worden sein. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hatte an die Vereine und beiden Fan-Lager appelliert und vor Konsequenzen bei Randale gewarnt. «Sollte dies nicht der Fall sein, sehen wir uns gezwungen, zukünftig weitergehende Maßnahmen wie personalisierte Tickets, reduzierte Gästefan-Kontingente oder sogar Geisterspiele anordnen zu müssen», hatte sie gesagt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenZunächst blieb alles ruhig
Vorfälle lösen Befürchtungen aus
Appell und Warnung der Innenministerin