Das Kaiserwetter in Hamburg nutzte Renars Uscins für einen gemütlichen Winter-Spaziergang. Ein letztes Mal abschalten, bevor die deutschen WM-Handballer ihre Medaillenmission starten. Ein letzter ruhiger Moment, bevor Fans, Medienvertreter und Bundestrainer Alfred Gislason den neuen Hoffnungsträger im DHB-Team wochenlang wie durch ein Brennglas beobachten. Der rasante Aufstieg des Jungstars hat Folgen. Vor allem für Uscins.
Lastete der Druck einer gesamten Handball-Nation bei der Heim-EM im Vorjahr auf den Schultern von Publikumsliebling Juri Knorr, ruhen viele Hoffnungen auf ein glänzendes Wintermärchen nun auf dem 22-Jährigen. «Es ist auch anstrengend für den Kopf. Ich muss lernen, damit umzugehen und mich auch selber zu schützen», sagte der Rückraumspieler vor dem WM-Auftakt gegen Polen am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD).
Seit seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft geht es für Uscins im Eiltempo bergauf. Bei den Olympischen Spielen avancierte er zum wertvollsten Spieler für die deutsche Silber-Auswahl. Das Sechs-Sekunden-Wunder von Lille - Uscins rettete Deutschland gegen Frankreich in die Verlängerung und traf dort zum umjubelten Sieg - wird für immer mit seinem Namen verbunden sein. Der viertjüngste im deutschen WM-Kader ist längst unumstrittener Stammspieler.