Erst ein fast ungläubiger Jubel von Rückkehrer Niclas Füllkrug, dann die Tränen von Mitchell Weiser: Beim 1:1 von Werder Bremen beim 1. FC Köln schrieben zwei Bremer Rückkehrer ihre ganz eigenen Comeback-Geschichten. Während Füllkrug mit seinem dritten Treffer im vierten Pflichtspiel erneut für Furore sorgte, feierte sein Teamkollege nach 14-monatiger Leidenszeit sein langersehntes Comeback an einem besonderen Ort. «Ich musste sogar mitweinen», sagte Füllkrug nach Abpfiff bei Sky. Nur wenige Minuten zuvor hatten er und seine Mitspieler vor den mitgereisten Fans den sichtlich emotionalen Weiser und den Punktgewinn gefeiert. Mehr als ein Jahr hatte der 32-Jährige wegen eines Kreuzbandrisses pausieren müssen. In Köln, wo er einst den Sprung in den Profifußball geschafft hatte, kam er in der 83. Minute ins Spiel und konnte seine lange Leidenszeit hinter sich lassen. «Wo alles angefangen hat für mich in dem Stadion, ist irgendwas hochgekommen», schilderte Weiser danach. «Ich habe es sehr vermisst auf dem Platz zu stehen und habe schon sehr gekämpft, dass es hier so weit ist. Das Traumszenario wäre natürlich gewesen, wenn wir noch eins gemacht hätten. Es fühlt sich für mich persönlich nach einem Sieg an, aber natürlich hätten wir gerne als Mannschaft auch gewonnen», so Weiser. Für den Punktgewinn hatte zuvor Füllkrug gesorgt. Nach frühem Rückstand durch Linton Maina (11. Minute) nach einem zuvor von Karl Heinen parierten Handelfmeter von Thijs Dallinga (8.) glich der Stürmer in der 69. Minute aus und zeigte sich anschließend selbst verblüfft. «Ich bin zur Kurve gelaufen und habe gerufen: Wie geht das? Wie geht das, dass ich dieses Trikot anziehe und wieder treffe, wie ich will, so nach dem Motto?», beschrieb er seinen Torjubel. «Es ist Wahnsinn, schöne Geschichte», betonte der Ex-Nationalspieler und erntete Lob von seinem Trainer: «Niclas hilft uns definitiv mit seiner Art und Qualität», sagte Daniel Thioune. Auch Sportchef Clemens Fritz beschrieb Füllkrugs Bedeutung: «Er hat natürlich das Näschen. Ich finde, er hat noch mal einen unheimlichen Entwicklungsschritt auch als Persönlichkeit gemacht. Er tut uns gut und wir freuen uns, ihn in unserer Mannschaft zu haben.» Nicht weniger groß war seine Freude über Weisers Rückkehr. «Wir haben ihn extrem vermisst», sagte Fritz. Weiser selbst haderte in allen Emotionen derweil scherzhaft mit seiner Ausdauer: «Ich habe nach den zehn Minuten heute gepumpt wie sonst nach 90 nicht.» Sein Trainer Thioune ergänzte schmunzelnd: «Ich habe gedacht, der fliegt uns gleich um die Ohren, so wie er nach zehn Minuten komplett ausgelaugt über den Platz getrabt ist.» Trotz der körperlichen Belastung ließ Weiser keinen Zweifel an seiner Zuversicht: «Ich bin der festen Überzeugung, dass ich noch besser sein werde als vorher», betonte der 32-Jährige. Auch Werder-Kapitän Marco Friedl, der nach dem 1:1 von einem «gerechten Ergebnis» sprach, blickte bereits nach vorn: «Er wird noch ganz, ganz wichtig werden in dieser Saison, das steht außer Frage.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenFüllkrug trifft wieder und staunt: «Wie geht das?»
Lob für Füllkrug, Freude über Weiser
Weiser voller Zuversicht: «Werde noch besser sein»