Von der Gelassenheit der ersten Amtstage ist wenig geblieben. Aus Sorge vor dem nächsten Offenbarungseid der Mannschaft schaltete auch Lars Ricken in den Krisenmodus. Stundenlang verweilte der neue Dortmunder Sportchef am Trainingsgelände und versuchte in diversen Einzelgesprächen die Probleme zu ergründen. Dabei nahm er die Profis vor dem DFB-Pokalspiel am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) beim VfL Wolfsburg mit deutlichen Worten in die Pflicht: «Ich erwarte, dass sich jeder Einzelne die einfache Frage stellt, wie er seine individuelle Qualität, die ihn letztlich zum BVB gebracht hat, im Sinne der Mannschaft effektiv ausschöpft.»
Trotz der hochgelobten Neuzugänge im vergangenen Sommer leistete sich die Mannschaft den schlechtesten Saisonstart seit zehn Jahren. Auch bei der 1:2-Niederlage am vergangenen Samstag in Augsburg blieb der BVB weit unter seinen Möglichkeiten. Das verstärkte die Kritik an der Arbeit von Nuri Sahin. Der Fußball-Lehrer musste sich schon wenige Tage zuvor nach dem 2:5 in der Champions League bei Real Madrid den Vorwurf gefallen lassen, das Spiel nach einer 2:0-Führung mit einer defensiven Taktik aus der Hand gegeben zu haben.