Derby mit Schatten: 96-Fans trüben Braunschweiger Sieg
Am Ende des 185. Niedersachsen-Derbys blieben die Bilder von Rauchschwaden, Pyrotechnik und bengalischen Feuern. Das 2:0 (1:0) von Eintracht Braunschweig in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den Erzrivalen Hannover 96 und die schwache Vorstellung der Gäste gerieten beinahe in den Hintergrund. Nach dem zweiten Braunschweiger Tor durch Yann Sturm in der Nachspielzeit flogen aus dem Fan-Block der Hannoveraner Pyrotechnik und bengalische Feuer in andere Zuschauerblöcke und Richtung Spielfeld. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach die als Hochrisikospiel eingestufte Partie für zehn Minuten. Kleinere Brände mussten von der Feuerwehr gelöscht werden. «Das ist völlig unnötig. So etwas brauchen wir nicht im Fußball-Stadion. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», sagte Hannovers Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt dem Sender «Sky» zu den Szenen. 96-Trainer Sandro Wagner sagte kurz: «Ich bin immer gegen Gewalt, egal wo. Das ist Scheiße.» Sein Kapitän Stefan Thodarson: «Ich habe keinen Kommentar dazu.» Das Spiel fand wie üblich unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen statt. Die Polizei sicherte das Spiel mit einem massiven Aufgebot. Bis zum Anpfiff war es laut Polizei zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen. Auch während des Spiels war es lange ruhig geblieben - bis in die Nachspielzeit. Für Hannover 96 war der Nachmittag auch ohne die Vorfälle bitter genug. Ausgerechnet die Braunschweiger vergrößerten die Sorgen des Teams aus der Landeshauptstadt. Der Befreiungsschlag für die Spieler und ihren Neu-Trainer blieb aus. Die Wirklichkeit: Platz 16 nach neun Spieltagen, Tabellenkeller statt Tabellenspitze. Ein Trost: Der Rückstand auf Braunschweig auf Rang zehn beträgt nur zwei Punkte. «Es ist ein Kackmoment. Das ist nicht schön. Aber dem müssen wir uns jetzt stellen», sagte Wagner. Nachdenklich muss ihn die Leistung machen. «Es haben so viele Punkte nicht gepasst», sagte der 38-Jährige. «Wir müssen schnell in die Struktur kommen.» Die erste Halbzeit sei inakzeptabel gewesen, sagt Kapitän Thordarson. Die nächste Bewährungsprobe wartet schon auf ihn und seine Mannschaft. Am Mittwoch geht es im DFB-Pokal gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern. «Ich bin froh darüber», meinte der Isländer. «Das gibt uns die Gelegenheit, um es besser zu machen.» Die Braunschweiger Spieler und Fans lebten indes ihr Hochgefühl nach dem ersten Derby-Sieg nach zwei Jahren aus. Max Marie (17. Minute) und Sturm (90.+2) sorgten mit ihren Treffern für den Lohn vor 22.073 Zuschauern. «Wir waren heute richtig griffig. Wir wussten, was das Spiel den Leuten hier bedeutet», sagte Marie. «Und ich denke, wir sind heute sehr verdient Derby-Sieger.» Doch fiel auf den Sieg mit dem Ausfall von Torwart Ron-Thorben Hoffmann ein Schatten. Der Kapitän musste nach einer Rettungsaktion benommen vom Platz geführt und durch Benjamin Uphoff ersetzt werden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Eine Diagnose stand zunächst nicht fest. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenUnverständnis Hannovers Club-Verantwortlichen und Spielern
«Es ist ein Kackmoment»: Hannover weiter in der Krise