Von so einer Bundesliga-Karriere können viele nur träumen. Viermal wurde Egon Coordes mit dem FC Bayern München deutscher Meister. Jahrelang diente der knorrige Norddeutsche so bekannten Trainer wie Udo Lattek, Jupp Heynckes und Giovanni Trapattoni als Assistent. Umgekehrt brachte er auch Fußballgrößen wie Lothar Matthäus oder Hansi Flick ins Schwitzen, als die noch Spieler waren.
«Der FC Bayern hat Egon Coordes sehr viel zu verdanken», sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer in einer Würdigung. «Er stand nie in der ersten Reihe und hatte dennoch einen großen Einfluss und seinen Anteil an den Erfolgen in den 90er Jahren.» Am Dienstag ist Coordes im Alter von 80 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Memmingen gestorben. Das bestätigte seine Frau der Deutschen Presse-Agentur.
Coordes' 80. Geburtstag fiel im vergangenen Jahr in die Zeit der Europameisterschaft in Deutschland. Aus diesem Anlass gab er der «Nordsee-Zeitung» in seiner Heimatstadt Bremerhaven noch einmal eines seiner seltenen Interviews. Die EM gefalle ihm überhaupt nicht. «Das sieht teilweise aus wie Altherrenfußball», sagte der frühere Bundesliga-Profi von Werder Bremen und dem VfB Stuttgart da. Und das erklärt auch ein Stück, warum Coordes immer ein sehr erfolgreicher Co- und weniger erfolgreicher Cheftrainer war.