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Christian Eriksen: Wolfsburgs Kapitän kämpft um den Klassenerhalt

Wolfsburg-Star Christian Eriksen. / Foto: Swen Pförtner/dpa
Wolfsburg-Star Christian Eriksen. / Foto: Swen Pförtner/dpa

Christian Eriksen sagt: Ein Klassenerhalt mit VfL Wolfsburg wäre für ihn wie ein Titel. Das Team hofft vor dem Bayern-Spiel auf die Rettung.

In dieser Woche musste Christian Eriksen einer Menge alter Freunde gratulieren. Inter Mailand wurde italienischer Meister - für diesen Weltclub spielte er zwei Jahre lang. Manchester United hat die Rückkehr in die Champions League geschafft - von dort kam Eriksen im vergangenen September überraschend zum VfL Wolfsburg.

Ein Mann mit 149 Länder- und 112 Europapokalspielen steckt jetzt mitten im Bundesliga-Abstiegskampf: Für viele passen dieser Ist-Zustand und Eriksens ansonsten sehr schillernder Karriereverlauf in Manchester, Mailand, London (Tottenham) und Amsterdam (Ajax) noch immer nicht ganz zusammen.

Doch Dänemarks Rekordnationalspieler hat seinen eigenen Blick darauf: «Wenn man so lange auf einem Abstiegsplatz steht wie wir, wäre der Klassenerhalt für mich wie ein Titelgewinn», sagte Eriksen der «Bild am Sonntag.» «Es gibt dafür keine Schale, aber es fühlt sich sicher wie ein Titel an!»

Wolfsburg-Wechsel «kein Fehler»

Möglich ist vor den beiden letzten Spieltagen der regulären Bundesliga-Saison immer noch alles. Die Wolfsburger spielen an diesem Samstag gegen den FC Bayern München (18.30 Uhr/Sky). Der Tabellen-16. könnte danach wieder auf einen direkten Abstiegsplatz zurückfallen oder im anderen Extrem sogar den 15. Werder Bremen wieder in große Schwierigkeiten bringen.

Und solange der VfL nicht abgestiegen ist, sagt Eriksen immer noch: «Nein, es war kein Fehler, nach Wolfsburg zu gehen.» Das hat er schon im Winter gesagt. Und das wiederholt der 34-Jährige auch jetzt bei jeder Gelegenheit. «Es ist das, was ich wollte: in einer guten Liga Fußball spielen. Aber natürlich ist der Blick auf die Tabelle nicht schön.»

WM-Traum, Kader-Plan: Vieles ging schief

Auf den ersten Blick war dieser Wechsel tatsächlich ein Fiasko. Denn fast alles, was schiefgehen konnte, ist auch schiefgegangen. Eriksen wollte sich in Wolfsburg Spielpraxis für die Fußball-WM im Sommer holen - doch die dänische Nationalmannschaft verpasste die Qualifikation.

Eriksen wollte ein vertrautes Umfeld haben - doch die vielen Dänen beim VfL wurden von Anfang an als Symbol einer völlig verfehlten Kaderpolitik angesehen. Der Mann, der ihn holte, wurde deshalb auch im März gefeuert: der dänische Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. Er hat eine Mannschaft zusammengestellt, die mit einem Top-Acht-Budget seit mehr als zwei Monaten auf einem der letzten drei Tabellenplätze steht.

Dass es seit drei Wochen wieder etwas aufwärtsgeht und der VfL überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt hat, hat auch viel mit Eriksen zu tun. Der mit Abstand bekannteste Spieler des Kaders hat für den verletzten Maximilian Arnold die Kapitänsbinde übernommen und lenkt das Spiel nun aus dem Mittelfeldzentrum heraus. Vorher war Eriksen von den drei verschiedenen Wolfsburger Trainern dieser Saison von einer Position zur nächsten geschoben worden.

Hecking lobt Eriksen

«Christian tut der Mannschaft aufgrund seiner Aura, Ausstrahlung und Erfahrung sehr gut», lobt der aktuelle VfL-Coach Dieter Hecking. «Wenn er etwas sagt, hat alles Hand und Fuß. Damit hilft er seinen Mitspielern.»

Und auch Eriksen glaubt wieder an die sportliche Rettung: «Es ist nicht zu übersehen, dass das Team gewachsen ist», sagt er. «Wir hatten Schwankungen in dieser schwierigen Saison. Aber jetzt spüre ich Zusammenhalt. Alle gehen in die gleiche Richtung, kämpfen und wollen verhindern, dass der Club absteigt. Das schweißt uns zusammen.»

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