Bremens Finanzsenator Björn Fecker (Grüne) bedauert seinen Einsatz als Spielbeobachter für den europäischen Fußballverband UEFA. «Das habe ich insgesamt falsch eingeschätzt», sagte Fecker. «Formal bleibe ich dabei: Es ist hier kein rechtlicher Verstoß gegen die Landesverfassung gegeben.»
Fünf Reisen ins Ausland
Seit seinem Amtsantritt war Fecker nach eigenen Angaben fünfmal für die UEFA im Einsatz. Dafür reiste er nach Wales, Prag, in die belgische Stadt Charleroi, Newcastle und nach Albanien. «Selbstverständlich war ich immer erreichbar», sagte Fecker. Weitere Einsätze für den Fußballverband seien nicht geplant.
Die UEFA erstattete dem Grünen-Politiker die Kosten für die Reisen und für die Unterkünfte. Außerdem erhielt er pro Tag eine Pauschale von 200 Euro. So kamen 2024 insgesamt 1.200 Euro zusammen, das folgende Jahr 1.800 Euro. «Mir ging es bei diesen Aufgaben nie darum, mich selbst zu bereichern», betonte Fecker. Er habe die Summe versteuert und an Einrichtungen in sozialen Brennpunkten gespendet.
Welche Konsequenz der Senator zieht
Fecker hatte nach seiner Wahl als Senator mehrere Fußball-Ämter niedergelegt: seine Präsidentschaft im Bremer Fußballverband, die Vizepräsidentschaft im Norddeutschen Fußballverband und die Mitgliedschaft im Vorstand des Deutschen Fußballbundes DFB. «Der Grund dafür war, dass ich zu keinem Zeitpunkt meine Entscheidung in Bremen dadurch angreifbar machen wollte», sagte Fecker.
Ein Senator darf andere öffentliche Ämter oder eine andere Berufstätigkeit nur mit besonderer Genehmigung fortführen. Sein Einsatz als sogenannter «UEFA Match Delegate» falle jedoch nicht unter diese Regelung, sagte Fecker. Er sei nicht dazu verpflichtet gewesen, diese Nebentätigkeit anzuzeigen. Da er das Geld ohnehin spendete, habe er auch keinen Grund dazu gesehen.
Die politische Dimension seines Handels habe er jedoch unterschätzt, räumt Fecker ein. «Diese falsche Einschätzung bedauere ich.» Als Konsequenz werde er sein letztes Ehrenamt - als Ehrenpräsident des Bremer Fußballverbandes - anzeigen und prüfen lassen.
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