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Alexandra Popp verlässt Wolfsburg nach 14 Jahren – Wechsel zum BVB

Verabschiedet sich nach 14 Jahren aus Wolfsburg: Alexandra Popp. (Archivbild) / Foto: Marius Becker/dpa
Verabschiedet sich nach 14 Jahren aus Wolfsburg: Alexandra Popp. (Archivbild) / Foto: Marius Becker/dpa

Nach 14 Jahren beim VfL Wolfsburg wechselt Alexandra Popp zum BVB. Sie will den DFB-Pokal zurückholen und mahnt Verbesserungen im Frauenfußball an.

Alexandra Popp kann vermutlich besser als jede andere erzählen, wie sich der Frauenfußball in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Als sie 2012 vom FCR Duisburg zum VfL Wolfsburg wechselte, erschien dazu eine neunzeilige Mitteilung. Als sie nun 14 Jahre später ihre letzte Pressekonferenz in Wolfsburg gab, stellten 26 Journalisten und fünf Kamerateams mehr als eine Stunde ihre Fragen. «Ein Stück weit berührt mich das», sagte die 35-Jährige. «Dieser Abschied ist nicht leicht.»

Mit dem VfL hat Popp in diesen 14 Jahren sieben deutsche Meisterschaften, elf DFB-Pokal-Endspiele und zwei Champions-League-Titel gewonnen. Aus ihren 145 Länderspielen ragen vor allem der Olympiasieg 2016 und das verlorene EM-Finale 2022 heraus.

Dass sie nach dieser Saison zu Borussia Dortmund wechseln wird, obwohl die noch gar nicht wissen, ob sie den Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga überhaupt schaffen, kann sie nur so erklären: «Das war nie eine Entscheidung gegen den VfL. Sondern für mein Herz. Ich hätte auch hier verlängern können. Ich hatte einen sehr guten Vertrag vorliegen. Aber ich hatte Angst, die Chance zu verpassen, noch einmal für den BVB zu spielen.»

Neue Wohnung im Heimatdorf

Dass Popp im Ruhrgebiet geboren wurde und seit ihrer Kindheit Dortmund-Fan ist, war bekannt. Wie tief dieses Heimatgefühl geht, beschrieb sie auf dem Podium der Volkswagen Arena aber noch einmal sehr offen.

«Als kleines Mädchen habe ich mich immer an meinem Bruder orientiert. Und mein Bruder ist durch unseren Onkel Dortmund-Fan geworden. Der hat ihn schon sehr früh mit in den Signal Iduna Park genommen», sagte sie. «Jetzt geht es Ende Juni zurück nach Hause. Ich habe sogar eine Wohnung in meinem Heimatdorf. Es geht also richtig, richtig nach Hause.»

Popp weiß aber eben auch sehr genau: Die Entwicklung im Frauenfußball geht so schnell, dass sie viele deutsche Clubs abzuhängen droht. Zu Beginn ihrer Karriere zogen die Wolfsburgerinnen gerade an ehemaligen Meistern wie Duisburg und Potsdam vorbei. Jetzt kommt der VfL selbst kaum noch gegen Bayern München an und ist international zusehends chancenlos, wenn es gegen den FC Barcelona oder den FC Arsenal geht.

Letztes Ziel: der DFB-Pokal

Ein letztes Ziel bleibt ihr noch: «Es würde mir extrem viel bedeuten, den Pokal nochmal nach Wolfsburg zurückzuholen. Das wäre ein extrem schöner und runder Abschied für mich», sagte Popp. Dafür quält sie sich nach einem Muskelfaserriss in der Wade noch einmal durch die Reha. Dafür will sie die Bayern im Endspiel am 14. Mai in Köln noch einmal schlagen.

Doch danach ist es vielleicht die größere Herausforderung, einen Großclub wie den BVB auch im Frauenfußball an die Spitze zu bringen. «Borussia Dortmund bringt als Verein eine immense Strahlkraft mit», sagt Popp. Der Erzrivale Schalke 04 tue jetzt auch was. Der VfB Stuttgart sowieso. «Genau so entstehen Entwicklungen im Frauenfußball. Besser spät als nie.»

Denn die generelle Kritik von Deutschlands dreimaliger Fußballerin des Jahres ist alarmierend. Sie sagt, dass «die deutschen Vereine verdammt noch mal etwas tun müssen. Sonst laufen wir irgendwann wirklich nur noch hinterher.»

Mehrere Möglichkeiten nach der Karriere

Jule Brandt ging im vergangenen Sommer von Wolfsburg zu Olympique Lyon, Lea Schüller im Winter von Bayern München zu Manchester United. Vivien Endemann wird in zwei Monaten von Wolfsburg zum FC Liverpool folgen. Das ist eine Entwicklung, die man langfristig betrachtet wohl eher in Dortmund als beim VfL aufhalten kann.

«Alles muss sich verbessern», sagte Popp über die deutsche Bundesliga. «Die Infrastruktur muss sich verbessern. Die Bezahlung muss sich verbessern. Da fehlt es an vielen Ecken und Enden.»

Daran etwas zu ändern, ist eine Aufgabe für die Zeit nach ihrer Karriere. Als Spielerin ist Popps Vertrag in Dortmund bis 2029 gültig. Danach stehen ihr «als Gesicht des Frauenfußballs in Deutschland» (VfL-Sprecher Dirk Zilles) alle Türen offen. Die Dortmunder wollen sie einbinden. Der DFB habe auch schon angeklopft. Beim VfL kann sie ebenfalls in Management wechseln. Vielleicht ist der Abschied aus Wolfsburg noch gar kein «Weggang für immer» (Popp).

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