Aus der Box ertönt rhythmische Musik, eine kleine Gruppe tanzt durch den Raum, bunte Chiffon-Tücher schwingen in der Luft. Drei ältere Damen und ein Mann mittleren Alters sind an diesem Sommerabend in das Frankfurter Gesundheitsamt zum «Kreativen Tanzen» gekommen. Sie alle haben quasi ein Rezept für den mehrwöchigen Kurs erhalten. Denn seit einiger Zeit bietet die Stadt Frankfurt das Projekt «Social Prescribing - Rezepte gegen Einsamkeit» an.
«Ziel ist, Menschen aus der Einsamkeit herauszuholen und sie wieder mehr in die Gesellschaft zu integrieren», sagt Katharina Popp, die das Projekt leitet. Interessierte können sich beim Gesundheitsamt melden, sie müssen einen Fragebogen ausfüllen und werden nach einem Kennenlerngespräch in ein möglichst passendes und kostenfreies Angebot vermittelt. Neben dem Tanzen gibt es beispielsweise noch Fotografie oder kreatives Schreiben.
Dass Bedarf besteht, ist klar. Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2025 ist jeder sechste Mensch weltweit von Einsamkeit betroffen.