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Warnstreik im Nahverkehr setzt Hannover Messe und Politik unter Druck

Zum Auftakt der Hannover Messe drohen Besuchern wegen eines Warnstreiks Einschränkungen bei der Anreise – Busse und Stadtbahnen sollen weitgehend ausfallen. (Archivbild) / Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Zum Auftakt der Hannover Messe drohen Besuchern wegen eines Warnstreiks Einschränkungen bei der Anreise – Busse und Stadtbahnen sollen weitgehend ausfallen. (Archivbild) / Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Warnstreik im Nahverkehr gefährdet Anreise zur Hannover Messe. Politik und Messeleitung appellieren an Tarifparteien und organisieren Shuttle-Alternativen.

Ein Warnstreik im Nahverkehr am Montag und Dienstag zum Start der Hannover Messe setzt Politik und Veranstalter unter Druck. Kurz vor Beginn der weltweit wichtigsten Industrieschau appellieren sie an die Tarifparteien. Dafür trafen sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) und Messechef Jochen Köckler mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. 

Tonne betonte die Neutralität der Politik im Tarifkonflikt. «Wir sind nicht Tarifvertragspartei, wir mischen uns auch nicht in Tarifverhandlungen ein.» Zugleich unterstrich er die Dimension: «Die Hannover Messe ist wirklich ein Leuchtstern unter den Messen.» Die Bereitschaft der Tarifparteien zu Gesprächen wertete er als positiv. Mehr könne die Politik nicht tun; man habe appelliert und auf die Bedeutung der Messe hingewiesen. 

Große Bühne, holpriger Auftakt 

Zur Messe werden vom 20. bis zum 24. April mehr als 3.000 Aussteller und Besucher aus aller Welt erwartet. Im vergangenen Jahr kamen rund 127.000 Menschen. Zur Eröffnung werden zudem zahlreiche hochrangige Politiker erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. 

Ein Streik müsse «wehtun» – das sei hier «besonders gut gelungen», sagte Onay. Zugleich betonte er, man habe den Tarifparteien deutlich gemacht, welche Bedeutung die Messe für Wirtschaft und Standort habe. Konflikte dürften nicht zulasten der Stadt ausgetragen werden. Die Stadt werde sich daran messen lassen, gute Rahmenbedingungen und Alternativen im Verkehr zu schaffen, damit die Messe gelinge. Der Ball liege nun bei den Tarifparteien. 

So soll die Anreise trotz Warnstreiks gelingen 

Der Warnstreik falle in eine wirtschaftlich schwierige Zeit, sagte Köckler. «Aber wir wissen, wie man reagieren kann.» Man habe alles getan, damit Aussteller und Besucher trotz des Warnstreiks zur Messe kommen können. «Wir haben die Welt eingeladen, wir sind Gastgeber und wir müssen alles dafür tun, dass wir den Gästen zeigen, dass sie letztendlich willkommen sind.» 

Geplant sind Shuttlebusse vom Hauptbahnhof und von stark frequentierten Hotels zum Messegelände sowie zusätzliche S-Bahn-Verbindungen. Zudem sollen mehr Taxis bereitstehen. Besucher sollen während möglicher Wartezeiten am Messegelände mit Getränken und Snacks versorgt werden. «Es wird sicherlich eine historische Hannover Messe werden, nicht wegen des Streiks, sondern wegen der Dinge, die man da sehen kann», sagte Köckler.

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