Er soll seine 18-jährige Ex-Freundin in einem Aufenthaltsraum der gemeinsamen Schule erstochen haben: Rund ein halbes Jahr nach dem Tod der Abiturientin muss sich der 18 Jahre alte mutmaßliche Täter vor dem Heidelberger Landgericht verantworten. Ihm werden unter anderem Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, habe am Vormittag begonnen, bestätigte eine Sprecherin des Gerichts.
Laut Anklage soll der mutmaßliche Täter am 25. Januar mit einem Fleischmesser mehrfach auf die junge Frau eingestochen haben - unter anderem in den Nacken und die Herzgegend. Die 18-Jährige starb noch am Tatort auf einem Schulgelände in St. Leon-Rot bei Heidelberg. Der Angeklagte war dann mit einem Auto geflohen - nach einem Unfall in Niedersachsen klickten die Handschellen.
Die Tat ist ein extremer Fall von Gewalt an Schulen - aber kein Einzelfall. Schläge, Tritte, sexuelle Übergriffe: Aus Schulen in Deutschland werden mehr Fälle von Gewalt bekannt. In Baden-Württemberg etwa wurden im vergangenen Jahr 2545 Straftaten gegenüber Schülern und Lehrern erfasst - eine Zunahme um 13,5 Prozent. Die Zahl der Gewaltdelikte an bayerischen Schulen stieg 2023 um 24,5 Prozent auf 690. In Berlin ging nach einem Höchststand bei Straftaten an Schulen 2022 die Zahl der registrierten Delikte noch einmal um knapp zwölf Prozent in die Höhe.