Wegen des Iran-Kriegs ist der Verband deutscher Reeder (VDR) in großer Sorge ob der Sicherheit der Handelsschifffahrt im Persischen Golf. Seit Beginn des Kriegs Ende Februar sitzen in der Region mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten fest, wie VDR-Präsidentin Gaby Bornheim in Hamburg sagte. Darunter seien mindestens 50 Schiffe von zehn deutschen Reedereien mit etwa 1.000 Seeleuten an Bord. Rund 20 Handelsschiffe seien bereits attackiert worden. «Es hat Verletzte und Tote gegeben.»
Versorgungslage der Seeleute an Bord ist gut
Die Versorgungslage der Seeleute an Bord der Schiffe im Persischen Golf bezeichnete Kröger als gut. Die Schiffe hätten Proviant für rund vier Wochen an Bord und es gebe auch die Möglichkeit zur Versorgung von Land. Aber: «Das Risiko beschossen zu werden, ist real.» Verlassen könnten die Crews ihre Schiffe nicht, da diese nicht einfach wie ein Auto geparkt werden könnten. Die Schiffe seien in Betrieb und müssten überwacht und betreut werden. Kröger sagte, die Arbeiten erfolgten wegen der Gefahren aber vor allem unter Deck.
Die deutsche Handelsflotte umfasste im vergangenen Jahr 1.716 Schiffe, minimal weniger als im Jahr zuvor, wie Bornheim sagte. Zum Vergleich: Die USA verfügten nur über rund 80 hochseetaugliche Handelsschiffe im internationalen Verkehr, wollten dies aber ändern. Deutschland habe damit die siebtgrößte Handelsflotte der Welt. Davor liegen Griechenland, China, Singapur, Japan, Hongkong und Südkorea.