Jeden Donnerstag treffen sich bis zu 24 Frauen und Männer zum gemeinsamen Meditieren in der Lüneburger Kreuzkirche – und sind trotz der Gemeinschaft ganz bei sich. «Keiner muss sich um den anderen kümmern. Es gibt eine emotionale Verbindung, obwohl wir wenig Biographisches voneinander wissen», erzählt Pastor Bernd Skowron, der die Abende zusammen mit Kornelia Tillack leitet. «Immer mehr Menschen haben in unserer schnelllebigen Zeit das Bedürfnis, etwas dagegensetzen zu wollen oder zu müssen.»
Eine der Jüngsten in der treuen Gruppe, die sich zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern zusammensetzt, ist Jule Würfel. «Die Gemeinschaft gibt mir einen Rahmen, es ist ein schöner Ort für Me-Time», sagt die 30-Jährige, die sich nach Ruhe gesehnt habe. «Ich kann mich spüren.» Seit sie regelmäßig die eineinhalbstündige Auszeit aus dem Alltag nutzt, gehe es ihr besser, sagt die zweifache Mutter: «Ich bin mehr in Balance, kann dann im Alltag funktionieren.»
Würfel ist kein Kirchenmitglied, das ist auch keine Voraussetzung. «Niemand muss religiös sein, das geht auch ohne Verbindung zu Gott», meint Skowron. «Natürlich haben wir den Background dazu, aber auch eine große Offenheit gegenüber anderen religiösen Ansätzen.» Kirche komme nicht mehr wie früher daher, man öffne sich mehr und mehr.